DMEA 2026: KI im radiologischen Workflow - Integration als Schlüssel zum Nutzen
Künstliche Intelligenz ist in der Radiologie längst etabliert: Sie unterstützt bei der Detektion, priorisiert auffällige Fälle und liefert automatisierte Messwerte. Dennoch bleibt ihr Einsatz im klinischen Alltag oft fragmentiert.
Der Grund liegt selten in der Leistungsfähigkeit der Algorithmen, sondern vielmehr in ihrer unzureichenden Integration in bestehende Prozesse. Erst wenn KI nahtlos in den radiologischen Workflow eingebettet ist, entfaltet sie ihren tatsächlichen Mehrwert.
Unser Vortrag im DMEA-Kongress
Integration Künstlicher Intelligenz in den radiologischen Workflow: Anforderungen, Lösungsansätze und Erfahrungen
Dr. Heiko Münch
Session: K016 - Intelligente Workflows für Kliniken: Effizienz, Echtzeitsteuerung und Entlastung
Donnerstag, 23. April, 11:30 – 12:30 Uhr, Stage 5.2
Viele Lösungen, eine Herausforderung: Integration
In der Praxis kommen meist mehrere spezialisierte KI-Lösungen parallel zum Einsatz, da kein Anbieter das gesamte diagnostische Spektrum abdeckt. Daraus entsteht die zentrale Herausforderung, unterschiedliche Anwendungen strukturiert in eine konsistente Systemlandschaft einzubinden. Ein vielversprechender Ansatz ist die Integration über das radiologische Informationssystem (RIS) in Kombination mit einer Plattformarchitektur. Diese ermöglicht es, verschiedene KI-Services über standardisierte Schnittstellen wie DICOM, HL7 oder FHIR anzubinden und zentral zu orchestrieren – eine wichtige Voraussetzung für Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit.
Workflow-Integration entscheidet über den Erfolg
Technische Anbindung allein reicht nicht aus. KI muss sich in den Arbeitsalltag einfügen, ohne zusätzliche Systeme, Medienbrüche oder manuelle Zwischenschritte zu erzeugen. Entscheidend ist, dass Ergebnisse genau dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden. Automatisierte Statusmeldungen, konfigurierbare Visualisierungen und die direkte Übernahme von Messwerten in die Befundung erhöhen Effizienz und Akzeptanz gleichermaßen.
Unterschiedliche Nutzung je nach Einrichtung
Ein einheitlicher Einsatz von KI existiert nicht. Universitätskliniken nutzen KI häufig als unterstützendes Instrument in der Befundung und Weiterbildung, während andere Einrichtungen sie gezielt zur Absicherung einsetzen – etwa im Nachtbetrieb oder bei unklaren Befunden. Ebenso verbreitet sind indikationsbezogene Szenarien, bei denen KI nur dort aktiviert wird, wo sie einen klaren Mehrwert bietet. Diese Flexibilität ist entscheidend für eine nachhaltige Nutzung.
Mehr als Technik: Rahmenbedingungen im Blick behalten
Neben technischen Fragen spielen organisatorische und regulatorische Aspekte eine zentrale Rolle. Datenschutz, Zertifizierung und verlässliche Betriebsmodelle sind essenziell, insbesondere bei cloudbasierten Anwendungen. Gleichzeitig zeigt sich, dass bestehende Standards zwar eine wichtige Grundlage bilden, in der Praxis aber noch nicht durchgängig umgesetzt sind – vor allem beim Austausch strukturierter Ergebnisdaten.
Plattformansätze als Enabler
Die Erfahrungen aus der Systemintegration zeigen: Erfolgreiche KI-Projekte erfordern eine enge Verzahnung von Technologie, Workflow und Organisation. Plattformbasierte Ansätze helfen, die Komplexität zu reduzieren und schaffen die Grundlage für die flexible Integration weiterer KI-Anwendungen.
Von Einzellösungen zu integrierten Prozessketten
Die Entwicklung geht klar in Richtung integrierter, interoperabler Systeme. KI wird künftig nicht mehr isoliert arbeiten, sondern kontinuierlich entlang des gesamten diagnostischen Workflows unterstützen. Ziel ist eine lernende, vernetzte Prozesskette, die radiologische Abläufe effizienter, sicherer und qualitativ hochwertiger macht.
Wir freuen uns auf Sie: Halle 1.2, Stand A-103
Die Integration von KI in den radiologischen Workflow ist weit mehr als eine technische Aufgabe – sie ist ein strategischer Hebel für Effizienz, Qualität und Zukunftsfähigkeit. Entscheidend ist eine Architektur, die unterschiedliche KI-Anwendungen flexibel einbindet, Prozesse intelligent unterstützt und sich an die individuellen Anforderungen der Einrichtungen anpassen lässt.
Genau hier setzen wir mit einem modernen Plattformansatz an: Als Grundlage für nachhaltige Integration, für weniger Komplexität und die Möglichkeit, Innovationen schrittweise und kontrolliert in den klinischen Alltag zu überführen.
Ihr direkter Kontakt zum DMEA-Team
